Besuchen Sie
das Søby Braunkohlemuseum


Das Søby Braunkohlmuseum wurde in 1977 gegründet. Es schildert das Leben in „Klondike“ Søby von 1940 bis 1970 in Bildern, Film, Häusern, Werkzeug und Maschinen. Und es ist auch die Geschichte der dänischen Arbeiter, die unter Bedingungen arbeiteten, die man sonst nirgendwo in Dänemark fand.

Søby war eine Stadt mit 2000 Menschen, die Sorgen und Freuden teilten und zusammen hielten. Es sind Kultur- und Arbeitsgeschichten aus einer dramatischen Zeit in Dänemarks Geschichte.

Im Frühling 1970 hörte man auf Braunkohle zu fördern.

Die Gedenkstätte (Mindelunden) wurde am 1950 eingeweiht. Der Besuch des Museums endet bei den 57 Gedenkensteinen mit den Namen der Arbeiter die ums Leben kamen.

Das Museum kann eine Führung von etwa 2 Stunden Dauer anbieten. Der Guide begleitet Sie auch in der Umgebung.

Das Versammlungshaus (Søby Forsamlingshus) und der Speiseraum (Spiseskur) sind für die Führung errechtet worden. Das Wetter ist auch kein Hindernis. Eigenes essen darf gerne mitgebracht werden. Eis, Kuchen, Kaffee, Bier und Sprudelwasser können Sie ins unserem Laden kaufen, oder selbst mitbringen.

Öffnungszeiten 2019
1.4.-20.10 und 7.12.-8.12: Täglich von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr (auch an Wochenden).
21.10-31.3 nur nach Absprache.

Preise 2019
Erwachsene ......................................... DKK 40,-
Kinder 0–12 .......................................... DKK 0,-
Führung 2 Stunden ................................ DKK 500,-

Geschichte
Der größte Teil Jütlands war in der tertiären Miozänzeit (vor ungefähr 24-5 Millionen Jahren) vom Meer bedeckt. Nach dem Rückzug des Meeres entstanden Sümpfe und Vegetation im Delta und in Seen, in denen sich Pflanzenreste ansammelten, die jedoch nicht verrotteten. Stattdessen fand ein Kohleprozess statt, bei dem zuerst Torf gebildet wurde und später durch mehr Ablagerungen und stärkere Kompression Braunkohle entstand.
Die oberen Braunkohlenschichten in Søby sind 12 Millionen Jahre alt und die unteren Braunkohlenschichten sind 15 Millionen Jahre alt.
Torf und Braunkohle werden nur an Stelle von Humus gebildet, wenn der Grundwasserspiegel hoch ist und der Sauerstoff nicht mit den Pflanzen in Kontakt kommt.
Die Mehrheit der dänischen Braunkohle finden wir im Dreieck Videbæk-Herning-Brande, wo wir fast alle aktiven Braunkohlenlager von 1940 bis 1970 hatten.
Wir unterscheiden zwei Arten von Braunkohle: Lignitkohle und Schlammkohle. Aussehen, Zusammensetzung und Verwendung sind sehr unterschiedlich.
Lignitkohle enthält viel Holz und liegt in der oberen Schicht (Spitzenkohle).
In der Schlammkohle wird alles Holz umgewandelt. Diese Kohle ist sehr hart und liegt in der Bodenschicht (Bodenkohle).
An einigen Stellen in Søby werden drei Braunkohlenschichten gegraben. Jede Schicht ist im Durchschnitt zwei Meter lang, genau wie die beiden mittleren Schichten aus Kleiboden / Glimmer. Also insgesamt etwa 10 Meter. Vor zwölf bis fünfzehn Millionen Jahren massen die fünf Schichten etwa 30 Meter die drei bis vier mächtigen Eisschichten zusammengepresst haben.
Braunkohle sollte laut "Braunkohlengesetz 1940-1954" von Hand gegraben werden.
Die Arbeiter wurden in vier Arbeitsgruppen aufgeteilt. Zuerst entfernte die Sandgruppe die oberste Erde in 5 bis 22 Metern Höhe. Die Erde wurde auf einem Förderer zur anderen Seite der Grube geschoben oder geschaufelt, wo sie Sandspitzen bildete.
Dann war der Boden mit der ersten Braunkohle fertig. Die sogenannte Spitzenkohle war von jüngerem geologischem Alter und oft voll von Holz aus den Wäldern der Vorzeit. Die erste Kohlegruppe folgte auf den Fersen der Sandgruppe und mit der Mistgabel verluden sie die Kohle in Kisten, die mit dem Hebewerk im Sortierer verschwanden.
Nach der Kohlegruppe folgte die Kleibodengruppe, die eine Schicht Glimmerlehm entfernten- im Allgemeinen als Kleiboden bezeichnet. Das Material wurde mit einer Schaufel oder einer Mistgabel auf Schubkarren geladen und in den hinteren Teil der Grube geladen. Nach dieser Lage Kleiboden konnte die zweite Kohlenschicht genommen werden. Diese Schicht wird als Bodenkohle bezeichnet und war älter als die Spitzenkohle. Diese Arbeit wurde auf die gleiche Weise erledigt wie bei der Spitzenkohle. Die Arbeit in allen drei Phasen war gewöhnlich auf Akkord.
Das Abpumpen des Wassers war ein wichtiges Merkmal. Bei der Eröffnung einer neuen Grube wurde ein Brunnen angelegt, in dem das Grundwasser durch ein Rohrsystem geführt wurde. Ein Pumpenmann sicherte die ständige Überwachung der Pumpen, was der Schlüssel zur Sicherung der Produktion war.
Auf der Ladespur konnten die Arbeiter an einem 10 Stunden Tag durchschnittlich 60 Tonnen verladen. Also etwa 3 Waggons am Tag – 60 Tonnen täglich von einem Mann!
Per Aarsleff eröffnete sein Unternehmen 1947 in Søby Braunkohlenlager, und in einem Brief, der im "Søby Forsamlingshus" hängt, schreibt er unter anderem: "Das Verladen wird mit einem Akkord von 1 bis 1,5 DKK pro Tonne abgerechnet, und mit diesem Einsatz verdiente der Verlader das dreifache eines Braunkohlearbeiters. Die ehemaligen Braunkohlearbeiter verdienen ein dreifaches "Hurra".
Das Braunkohlenlager in Søby hatte 2 grosse Brikett Fabriken: "Søby-Værket" und die Brikett Fabrik "Thor". Dazu noch einige kleinere Fabriken.
Zeitweise exportierten die dänischen Fabriken täglich um die 50 Tonnen in das Ruhrgebiet.
Im Laden gibt es Briketts von "Søby-Værket" und "Thor". Einige der Gebäude vom „Søby-Værket“ kann man heute am Brunkulsvej 8 sehen. Das Gleiche gilt für die Briketten Fabrik Thor am Brunkulsvej 7.
Die Briketts bestehen aus Braunkohlekrümeln, die durch einen Trichter an der Oberseite in die Presse fallen. Hier wurden dann die Briketts unter hohem Druck gepresst, und kamen aus dem Loch am Ende der Presse.
"Falck" (Dänisches Rettungsdienst) stellte vom 6. August 1947 bis zum 7. Februar 1951 einen Krankenwagen zur Verfügung. Die Braunkohleanlagen waren Dänemarks gefährlichster Arbeitsplatz. In Søby gab es so viele Unfälle, dass die Arbeiter füreinen Krankenwagen in Aktion traten. Später übernahm der Bauunternehmer die Finanzierung.
Der Krankenwagen hatte im ersten Jahr 330 Einsätze. Einsatzleiter Hjalmar Frigaard: "Die Arbeiter machten der Gesellschaft einen großen Dienst. Sie arbeiteten in den tiefen Ausgrabungen mit dem Einsatz ihres Lebens".
Peder Voldsgaard Christensen kaufte Voldsgaard 1926 und fand einst Braunkohle auf einem Feld, auf dem sich heute der Festival Platz (8) befindet. Vier arbeitslose Männer hatten davon gehört, und als der Zweite Weltkrieg ausbrach, kontaktierten sie ihn und durften Braunkohle auf dem Feld graben. Im Januar 1940 konnten sie eine Braunkohlenstreu verkaufen und die Braunkohle als Ringe im Wasser verbreiten. Auf dem Heuboden der Farm schliefen einige der ersten Braunkohlearbeiter, und ab 1940 erlaubte Peder Voldsgaard Familien, hier auf seinem Land zu leben. Hier breitete sich die Klondike Stadt aus, wo sich das Museum jetzt befindet.
Im Jahr 2019 wird der Hof renoviert, sodass er ab 1. April 2020 in das Museum aufgenommen werden kann.
Viele Leute strömten nach Søby. Von Anfang an wohnten sie unter sehr schlechten Bedingungen und Lebensmittel waren besonders teuer. Der Staat errichtete deshalb im Jahre 1942 ein Pensionat und Schlafbaracken mit Höchstpreisen, wodurch rund ein Drittel des Lohnes für Unterkunft und Verpflegung verwendet wurde. Das Pensionat hatte 125 Pensionäre. Eine Schlafbaracke bestand aus 10 Zimmern mit 4 Personen in jedem Zimmer. 1943 brannte das Pensionat und 2 Schlafbaracken. 5 Arbeiter schwebten nach dem Brand in Lebensgefahr. Weihnachtsabend 1945 brannte noch eine Schlafbaracke und 16 Personen verloren Alles.
Der Staat hatte ein Pensionat, und viele der Unternehmer betrieben selbst Marketendereien. Dazu kamen viele private Betreiber von Marketendereien mit ausgefeilten Namen wie z.B. "Søby alter Krug", "Die Kreuzotter", "Die Rote Mühle", "Der gelbe Palast" und "Buchenwald". In einer Marketenderei wurden typisch Kioskwaren angeboten – Tabak, Getränke und Lebensmittel.
Das CVJM eröffnete am 17. Mai 1942 ein Freizeitheim für Erwachsene in Søby. Fünf Jahre später wurde ein weiteres einige Kilometer in östlicher Richtung in Ulbæk an der Eisenbahn eröffnet. Das Freizeitheim war von 08:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet und verkaufte viel Kaffee und Kuchen, arrangierte aber auch Filmvorstellungen mit 50-100 Teilnehmern. In einer Periode gründeten die Arbeiter einen Gesangverein
"Vagabunden Chor". Jeder Abend endete mit einer kurzen Andacht. Das Freizeitheim in Ulbæk wurde 1952 geschlossen und im Jahr danach das Heim in Søby.
Das Museum zeigt einen echten Søby Supermarkt mit vielen Waren aus den 40er und 50er Jahren. Die Kaufkraft war gut in Søby. Alles was beschafft werden konnte, wurde auch verkauft. Beachten Sie die vielen Rationierungsmarken im Laden. 1953 hörte man auf zu rationieren.
Viele Kinder lebten mit Ihren Eltern in Søby, und sie besuchten die örtlichen Schulen, die dadurch überbelegt waren. In einer Periode unterrichtete ein Lehrer die Kinder zu Hause bei sich. Im Frühjahr 1944 gründete der Gemeinderat eine Vorschule in der Frau Johansen 40 Kinder im Alter von 7 – 10 Jahren in 2 Klassen unterrichtete. Der Unterricht fand auf dem Bauernhof "Sdr. Søbygaard" statt. Der Hof befindet sich noch heute einige 100 Meter südlich vom Mindelundvej 14.